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Nr. 188, 2017, Aug. / Sept. Inhalt
 
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B Ü C H E R S C H A U

 
 

Strapazierfähig für alle Sternenwege
 
Klemens Ludwig / Reinhardt Stiehle
Die Straße der Astrologie
444 himmlische Reiseziele in Deutschland

Flexocover., 352 S., 166 fg. Abb., € 28,– / sFr. 38.90 fPr
Chiron Verlag, D-Tübingen 2017

     

Aus diesen zwei Buchdeckeln findet der Leser, hat er sich erst mal festgeschmökert, nie wieder nach draussen! Die Straße der Astrologie von Klemens Ludwig und Reinhardt Stiehle: Was für ein buntes Bilderbuch in Sachen (und Personen und Bauten und Landschaften) Astrologie, welche verdienstvolle Fleissarbeit! Und schön als Reiseführer aufgemacht: handliches Format, biegsames und abwaschbares Cover, strapazierfähig für alle Sternenwege durch dick und dünn.

Zwölf (!) thematische Kapitel gliedern die 444 Reiseziele auf. Jeweils leitet eine kurze kulturgeschichtliche Betrachtung das betreffende Kapitel ein. Die Reise beginnt mit Sternenlandschaften, in denen Astrologie das gestaltende Motiv angelegter Gärten und Parks ist. Es folgen die frühgeschichtlichen und antiken Kultstätten mit astronomisch-astrologischen Bezügen. Dem zu römischen Zeiten auch im heutigen Deutschland weit verbreiteten Mithras-Kult, der im Grund ein astralreligöser Mysterienweg ist, widmen die Autoren einen eigenen Abschnitt. Wer will, kann seine Reise als Museumstour anlegen, oder als Reise zu kirchlichen Sakralbauten. Dieses Kapitel ist übrigens das längste des ganzen Reiseführers – eine eindrucksvolle Sammlung von Beispielen dafür, wie sehr die Sterndeutung im Mittelalter und in der frühen Neuzeit auch theologisch integriert war. Und natürlich dürfen die Wirkungsstätten bekannter Astrologen nicht fehlen. Die beiden Autoren dieses Reiseführers, Tipp für die nächste Auflage, leben übrigens in Tübingen, wo ja auch Philipp Melanchthon studiert hat.

Die Astrologie erlebte nach ihrer Spätblüte in Reformation und Neuzeit mit dem Dreissigjährigen Krieg ihren Niedergang. Umso überraschender ist, wie sehr die Astrologie dennoch gestaltendes Motiv in der kulturellen Öffentlichkeit blieb: bei Sonnenuhren und astronomischen Uhren, an säkularen Bauten, in Planetengärten und auf Planetenwegen.

„Offiziell“ gilt die Astrologie nichts; sie hat keinen allgemein akzeptierten öffentlichen oder gar akademischen Ort. Dennoch ist das Fundament der Astrologie, der Tierkreis mit seiner zwölfteiligen geistlichen wie lebenspraktischen Psychologie unsterblich. Die Astrologie ist damit bedeutender Teil der Gegenwarts- und Alltagskultur. Das zeigt gerade dieser astrologische Reiseführer.

–Christoph Schubert-Weller




Feinstoffliche, energetische Wirkungen
 
Harald Jordan
Mehr als ein Zeichen
Vom Wunder des Tierkreises

kart., 180 S., € 15,– / sFr. 21.50 fPr
Hier und Jetzt bei Synergia, CH-Basel 2016

 

Es gibt viele Methoden, die Tierkreiszeichen und ihre Wirkungen zu verstehen. Ein neuer Trend ist die fühlbare Methode, die Wirkungen der Tierkreiszeichen im feinstofflichen Bereich und in ihrer energetischen Wirkung zu verstehen. Diplom-Ingenieur Harald Jordan begleitet uns in seinem Buch Mehr als ein Zeichen – vom Wunder des Tierkreises in die fühlbare und spürbare Sichtweise der Astrologie.

Das Buch ist leicht verständlich geschrieben und an die Lehren von Rudolf Steiner und anderer Pioniere angelehnt. In seiner Struktur haben die und der Lesende schnell das System der ganzheitlichen Schau erkannt. Sie werden vom Autor angeleitet, die Tierkreiszeichen in all ihren Ausdrucksformen zu erkennen und zu erfassen. So werden die Rhythmen des Tages, der Woche, des Monats und des Jahres sowie in ihrem gesamten Zusammenhang im eigenen Leben spürbar und erkennbar.

Ein kleines Nachschlagewerk auch für die eigene Biografie und die Sicht auf das eigene Sternzeichen, welches weitreichender ist als eine rein astrologische Betrachtungsweise: Wie empfinde ich? Wie wohne ich? Mit welchen Materialien umgebe ich mich? Was ist das für mich optimale Heim und sein Umland, damit ich mich wohlfühle? Wie kleide ich mich gemäss meinem Sternzeichen ideal? Wie empfinde ich, wenn ich mich meditativ mit meinem Sternzeichen auseinandersetze und das es male?

Schon der Anthroposoph Wolfgang Wegener hat diese Technik in seinen meditativ-biografischen Kursen angewendet, damit die Menschen ihr Zeichen fühlen zu lehren. Beim Zeichnen spürt man, wo die Blockade, die Stockung ist, die den einfachen Lebensfluss stört. Selbst die typische Geste des Sternzeicheneigners wird in diesem Buch beschrieben, und viele weitere bunte Impulse, zum Beispiel aus der Musik, runden das Buch als wertvolles Geschenk ab.

–Lydia Wentzel
 



In dieser Komplexität sonst nirgends
 
Erich Carl Kühr
Astrologie – Ja oder Nein?
Ein Dialog für Anhänger und Gegner

Pb., 190 S., € 19,90
www.astronova.de, D-Tübingen 2011

 

In diesem aussergewöhnlichen Buch Astrologie- Ja oder Nein? wird ein Plädoyer für die Astrologie gehalten. Erich Carl Kühr wählt geschickt die Form eines Dialoges, um das Pro und Contra der Astrologie darzustellen, wobei recht schnell klar wird, dass die Argumente des Astrologiebefürworters deutlich überlegen sind. Der Autor lässt keines der bekannten Argumente in seinen Widerlegungen aus und im Nachwort schreibt er selbst, dass er nur auf die prägnantesten Kritikpunkte der Astrologiegegner eingegangen ist. E.C. Kühr widerlegt immer wieder an vielen Stellen die profanen Sterndeuterei in Form von Zeitungshoroskopen und Trivialliteratur und legt sehr grossen Wert auf die wissenschaftliche Komplexität der Astrologie.

Auch mehr als 60 Jahre nach der Erstauflage hat dieses Werk in seiner Neuauflage nicht an Aktualität eingebüsst. Selbst wenn der direkte Bezug zur aktuellen Zeit -das Buch wurde 1949 das erste Mal veröffentlicht-, im Rückblick für uns manchmal seltsam zu lesen ist. Es ist für den heutigen Leser interessant, zu erfahren, wie die Astrologie zum Naziregime gestanden hat und welchen Repressalien die damaligen Astrologen ausgesetzt waren. Zukunftsdeutung heisst aus der Vergangenheit Erfahrungen sammeln und in der Prognose anwenden. Dies ist sinngemäss eine der Aussagen aus dem Buch.

Was an dem Buch fasziniert, ist die komplette Zusammenfassung der astrologischen Lehre gespickt mit zahlreichen philosophischen Inhalten und Bezügen zur Geschichte. Fast könnte man dieses Buch als astrologisches Lehrbuch bezeichnen. Denn es wird, um die Argumente des Astrologie-Gegners zu widerlegen, ein sehr umfassender Überblick über die Geschichte der Astrologie, die astrologischen Berechnungstechniken und Deutungsansätze gegeben. Ob es nun eine Einführung in Astronomie geht, eine Verdeutlichung der Geburtszeitkorrektur, Deutungswissen oder Prognosetechniken betrifft, es ist alles vorhanden, was ein Astrologe wissen sollte. Dabei werden auch die Analogiegesetze, untermauert mit den Lehren des Hermes Trismegistos („Wie oben, so unten“), die keplerschen Gesetze und Goethes Faust zu Hilfe genommen.

Zugegeben, das Buch ist keine leichte Kost. Wer sich aber auf eine gründliche Studie, untermauert mit zahlreichen Quellenangaben einlässt, wird auf hohem Niveau einen Gesamtüberblick über Astrologie bekommen, den es in dieser Komplexität sonst nirgends zu finden gibt.
 

–Ute Flörchinger

 

 

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