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Nr. 190, 2017, Dez. / Jan. Inhalt
 
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K  A  L  E  N  D  E  R

 
 
 

Mitte Dezember 2017 bis Mitte Februar 2018

von Verena Bachmann

 

Die Konstellationen in den kommenden zwei Monaten beinhalten die für eine Übergangsphase typischen Zutaten. Zum einen werden in dieser Zeit einige der Themen nochmals aufgenommen, die bereits im vergangenen Frühling aktuell waren. Dabei werden die damit verbundenen Prozesse weitergeführt, und damals nicht wahrgenommene oder nicht berücksichtigte Faktoren wollen nun miteinbezogen und bearbeitet werden. Oft geht es dabei darum, eine seit damals laufende Geschichte abzuschliessen, um Raum zu schaffen für das Kommende. In anderen Fällen will nun der nächste Schritt getan werden. Parallel dazu werden aber in diesen beiden Monaten auch bereits erste Anzeichen der anstehenden nächsten Phase deutlich. Energetisch gesehen geht es um einen Wechsel von einer dynamisch-expansiven Phase, in welcher Begeisterung und Extraversion, aber auch Übertreibungen und leidenschaftliche Ausbrüche im Vordergrund standen, zu einer eher verhaltenen, verdichteten und von Introversion geprägten Zeit.

In diesen zwei Monaten findet nicht nur der Jahreswechsel, sondern auch ein markanter Themen- und Energiewechsel statt. Analog zu den Jahreszyklen kann diese Zeit recht klar in zwei Phasen unterteilt werden. Im Dezember findet in einigen Bereichen zunächst nochmals eine Rückschau auf Ereignisse des vergangenen Jahres statt, während parallel dazu – jedoch eher im Hintergrund und vorerst kaum wahrnehmbar – bereits erste neue Themen sich formieren. In den Tagen rund um die Wintersonnenwende beginnt dann die nächste Phase – sie ist von deutlich anderen Energien geprägt.

Die gegenwärtige Jahreszeit und die damit verbundenen Prozesse symbolisieren recht klar, worum es geht. Zurzeit stehen in der Natur die letzten Aufräumarbeiten hinsichtlich des nun abgelaufenen Wachstumszyklus an, während gleichzeitig bereits die ersten Vorbereitungen für den kommenden Frühling getätigt werden. Zudem lenkt die Adventszeit den Blick auf die nahende Weihnacht und die damit symbolisch verbundene Wiedergeburt des Lichts. Mit der Wintersonnenwende beginnt der offizielle meteorologische Winter, die kälteste Jahreszeit.

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Vollmond
3. 12. 2017 – 15:47 GT


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Neumond
18. 12. 2017 6:30 GT


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Vollmond
2. 1. 2018 – 2:24 GT

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Neumond
17. 1. 2018 – 2:17 GT

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Vollmondeklipse
31. 1. 2018 – 13:26

Auch astrologisch ist ein solcher Übergang deutlich zu sehen. Insgesamt hat Saturn nun klar die Hauptrolle inne, entsprechend sind seine Themen dominant. In der ersten Phase spielen daneben Jupiter und Chiron eine nicht zu unterschätzende Nebenrolle, während in der zweiten Phase Pluto, begleitet von Lilith, vermehrt in den Vordergrund tritt. Neptun und Uranus befinden sich in dieser Zeit in Nebenrollen, wobei Uranus im Januar durchaus einige teilweise auch spektakuläre Auftritte haben dürfte.

Bis zu seinem Ingress in das Steinbock-Zeichen am 20. Dezember läuft Saturn noch im Schütze-Zeichen, wo sich in dieser Zeit auch Sonne, Venus und der vom 2.–23. Dezember rückläufige Merkur bewegen. Damit bestimmen nun neben Saturn- auch Jupiter/Schütze-Themen das Geschehen. In diesem Zusammenhang dürften daher sowohl auf der persönlichen als auch auf der mundanen Ebene die bestehenden Weltbilder, kulturelle, religiöse und politische Grundsätze, aber auch wirtschaftliche Leitbilder sowie rechtliche, moralische und ethische Fragen im Fokus stehen. Gemäss der Stellung von Jupiter (14–22 Grad Skorpion, auslaufender Jupiter/Saturn-Zyklus) dürften nun die Hintergründe und die damit verbundenen tieferen Wahrheiten oder auch die ursprüngliche Absicht bezüglich dieser Welt- und Leitbilder erkundet werden. Gleichzeitig werden aber auch die Tiefen der Seele, die dort vorhandenen moralisch-ethischen Abgründe sowie die weniger hehren (manipulativen) Motive, die das Verhalten in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bestimmen, zum Thema. Wahrscheinlich wird immer deutlicher, dass hinter und unter dem schönen Schein vieles faul ist und im Argen liegt. Die Bewegung von Saturn richtet den Fokus auf Entwicklungen und Prozesse der Jahre 2007/08 – jene des Jupiter wiederum auf Impulse des Jahres 2000. Damit dürften die Folgen und Konsequenzen von Ereignissen, Entscheidungen und Erfahrungen von damals deutlich werden. Die in der Zwischenzeit gewonnenen Einsichten, die gewachsenen Früchte, aber auch die Schatten dieser Entwicklungen werden nun zum Thema und hinterfragt.

Es lohnt sich in diesem Zusammenhang, zwei Mythen betreffend Jupiter etwas näher zu beleuchten: Jupiter steht mythologisch in Verbindung zu den Geschichten von Prometheus und Ikaros. Prometheus stahl den Göttern das «Feuer» und brachte es zu den Menschen; er wurde von ihnen für diese Tat gefeiert. Von den Göttern jedoch wurde Prometheus hart bestraft und an einen Fels gekettet, wo jeden Tag ein Geier an seiner Leber frass (Jupiter, nagende Zweifel), die jede Nacht wieder nachwuchs (immer wieder wachsende Hoffnung). Ikaros wiederum baute sich Flügel, um seinem Gefängnis zu entfliehen, was ihm auch gelang. Er flog aber in der Folge (im Übermut) zu nahe an die Sonne, verbrannte sich und stürzte zu Tode.

Mit der aktuellen Betonung des Jupiter-Prinzips ist es gut denkbar, dass nun analog zu diesen Mythologien die weniger erbaulichen oder auch bitteren Folgen von wissenschaftlichen und technologischen Errungenschaften sowie wirtschaftlichen Höhenflügen in den Brennpunkt rücken, allenfalls zeigen sich auch die Schatten von spirituellen Entwicklungen. Auch Helden und Idole stürzen in solchen Zeiten schneller. Auf der persönlichen Ebene geht es darum, sich mit dem eigenen Weg seit dem Jahr 2008, den eigenen Überzeugungen, Glaubenssätzen und Weltbildern zu beschäftigen und sich zu fragen, ob diese dem innersten Wesen und den Umständen noch entsprechen oder ob und wo eine Neuorientierung ansteht.

Mit dem kurz vor der Wintersonnenwende stattfindenden Ingress von Saturn ins eigene Zeichen Steinbock (20. Dezember) erhalten alle mit diesem Zeichen verbundenen Themen besonderes Gewicht. Gleichzeitig dürften auch alle dem Durchgang von Pluto in Steinbock sowie dem noch laufenden Saturn/Pluto-Zyklus (gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung in Bezug auf Autoritätsbilder und Machtstrukturen, Beginn 1982) zugeordneten Prozesse in eine neue Phase kommen. Mit diesem Ingress beginnt die Vorbereitung für die anstehende grosse Konjunktion von Jupiter/Saturn/Pluto im Jahr 2020. Energetisch gesehen erfolgt damit eine Verdichtung und Konzentration der Kräfte. Es beginnt eine Zeit von stärkerer Ernsthaftigkeit, Konsequenz und Strenge. Fragen und Geschichten rund um die Themen Disziplin, Verantwortung, Autorität, Gesetze und Grenzen, aber auch Verzicht und (Selbst-) Beschränkung dürften an Gewicht gewinnen. Gleichzeitig machen sich auch die Zerrformen und Schatten von Saturn und Steinbock stärker bemerkbar, also Verhärtung und Erstarrung sowie autoritäres Verhalten, Überreglementierung, Kontrolle und Überwachung.

Es ist im Weiteren denkbar, dass verschiedene Vorfälle die deutlichen Risse in den bestehenden wirtschaftlichen, politischen und sozialen Strukturen und Institutionen sichtbar machen und aufzeigen, wie brüchig die bestehenden Systeme sind und wie wenig sie den laufenden Entwicklungen gerecht werden können. Dabei sind zwei gegenläufige Prozesse möglich: Zum einen ist eine weitere Verhärtung der Situation zu beobachten, mit überschiessenden Macht- und Kontrollbestrebungen; in diesem Kontext können teilweise orwellsche Szenarien und kafkaeske Vorfälle beobachtet werden. Zum andern könnten gleichzeitig marode Systeme zusammenbrechen und Führungsfiguren, die sich mit grossen Versprechungen und alten Weltbildern (Jupiter) an der Macht hielten, gestürzt werden.

Pluto bewegt sich in dieser Zeit im Bereich 18–20 Grad Steinbock – er nimmt dabei zunächst Themen und Prozesse auf, die bereits im Frühjahr 2016 anklangen und wieder in den ersten drei Monaten 2017 aktuell wurden. In diesen Belangen geht es nun um einen nächsten Schritt. Allenfalls wird deutlich, was in der bestehenden Form dem Leben nicht mehr gerecht wird und daher «sterben» muss und was lebendig und echt ist und in neuer Gestalt wiederauferstehen kann. Ab dem 19. Januar läuft Pluto in einem neuen Gradbereich. Er aktiviert dabei Entscheidungen und Erkenntnisse der Jahre 2015/16, als Uranus in diesem Bereich lief, und fordert zu einer vertieften Beschäftigung mit den dadurch in Gang gesetzten Entwicklungen auf.

Auch Lilith läuft in dieser Zeit im Zeichen Steinbock (4–11 Grad). Sie bringt es mit sich, dass Tabus gebrochen werden und die Schatten und das Lebensfeindliche von bestehenden Strukturen und Gesetzen noch deutlicher sichtbar werden. Allenfalls gilt es nun auch, liebgewordene Gewohnheiten, Rechte und Sicherheiten zu opfern. Besonders im Fokus dürfte dabei die Tatsache sein, dass eine Haltung, die ausschliesslich den persönlichen Vorteil im Auge hat und das Ganze – die systemischen und zyklischen Gesetze – ausser Acht lässt, langfristig (lebens-) bedrohlich werden kann.

All diese Themen und Prozesse werden in diesen zwei Monaten durch Aspekte von persönlichen Planeten aktiviert und erhalten damit eine für alle wahrnehmbare und erfahrbare Wirklichkeit. Saturn: Nach dem Steinbock-Ingress des Saturn bildet die Sonne am 21. Dezember (Sonnenwende) eine Konjunktion mit Saturn, am 25. Dezember folgt die Venus, und am 13. Januar bildet Merkur die dritte und letzte Konjunktion mit Saturn. Lilith: Am 26. Dezember erreicht die Sonne Lilith, am 29. Dezember bildet die Venus und am 16. Januar der Merkur eine Konjunktion mit Lilith. Am 9. Januar treffen Sonne und Venus gleichzeitig auf Pluto. – Alle diese Konjunktionen setzen machtvolle Impulse in den laufenden Prozessen und sorgen für konkrete, auch auf der persönlichen Ebene erlebbare Ereignisse und Entwicklungen in den entsprechenden Bereichen. Es ist gut möglich, dass sie im seit 2008/10 laufenden grossen Wertewandel wichtige und markante Zeichen setzen und deutlich machen, dass eine neue und andere Zeit anbricht.

Auch Chiron dürfte in dieser Zeit eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen. Er erreicht am 5. Dezember seine Station zur Direktläufigkeit (auf 24.19 Grad Fische) und aktiviert in der Folge Geschehnisse und Erfahrungen von Juni bis August 2016 sowie Februar/März 2017. Er nimmt zudem die Themen und Geschichten des Saturn/Chiron-Quadrats vom 2. November nochmals auf. In diesem Zusammenhang dürfte der Kontrast zwischen Ideal/Vision und gelebter Wirklichkeit schmerzhaft spürbar werden. Zudem sind Erfahrungen und Ereignisse denkbar, die aufzeigen, dass trotz grosser Fähigkeiten, Qualitäten und Bewusstseinsentwicklung und trotz «richtigem» Verhalten die Erfahrung von Zweifel, Schwäche, Versagen und Hilflosigkeit nicht verhindert werden kann. Merkur bildet in dieser Zeit zwei Mal ein Quadrat zu Chiron (am 10. Dezember rückläufig, am 7. Januar direktläufig), die Sonne am 16. Dezember und die Venus am 20. Dezember. In diesen Tagen ist mit Nachrichten und Erfahrungen zu rechnen die erschüttern und verunsichern können, mit Vorfällen und Reaktionen, die nicht wirklich nachvollziehbar sind. Gleichzeitig können aber auch traumatische Geschichten eine Wende zum Guten nehmen.

Zum Schluss sei noch auf zwei weitere besondere Konstellationen dieser Zeit hingewiesen:
Am 6. Dezember bildet die Sonne eine Konjunktion mit dem rückläufigen Merkur auf der Gradzahl der Saturn/Lilith-Konjunktion vom 22. August 2017 (auf 21.07 Grad Schütze). Es ist daher möglich, dass in diesen Tagen die Vorfälle und Erfahrungen zur Zeit der Sonnenfinsternis vom 21. August und der darauffolgenden Woche noch einmal aktuell werden und allenfalls in einem neuen Licht erscheinen.

Mit der Mondfinsternis vom 31. Januar dürfte die vorangegangene intensive Phase vorerst zum Abschluss kommen. Allenfalls wird in dieser Zeit bewusst und deutlich, welche Konzepte, Ideologien und Theorien nicht (mehr) tauglich sind für die Bewältigung der anstehenden konkreten Aufgaben.


Hinweis: In diesem «Kalender» nicht explizit erwähnte Konstellationen wurden entweder in der Deutung berücksichtigt oder werden im «Wochenkalender» von Verena Bachmann auf www.astrodata.com aufgegriffen, wo die laufenden Konstellationen für die jeweils kommende Woche detailliert beschrieben sind.


Verena Bachmann, pädagogische Ausbildung; seit 1982 astrologische Beratungspraxis in CH-Zürich; Aus- und Weiterbildung in humanistischer Psychologie (Psychosynthese und Gestaltarbeit); Leiterin der Schule für Erwachsene (SFER); ständige Mitarbeiterin von ASTROLOGIE HEUTE; internationale Vortragstätigkeit; Bücher: «Mondknoten. Lebensweg und Entwicklung im Geburtshoroskop» (2008/2012); «Die Macht des Weiblichen. Astrologische Symbolik im Spiegel des Wandels» (2011); «Visionen einer neuen Zeit» (2010, Mitautorin); «Die Chiron-Fibel. Brückenbauer zwischen Geist und Materie» (2009); «Pluto – Eros, Dämon und Transformation» (1989, Mitautorin); E-Mail: Verena Bachmann

 

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