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Nr. 192, 2018, April / Mai Inhalt
 
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 E  D  I  T  O  R  I  A  L  

 

 

Mitte Mai wechselt der Planet Uranus vom Widder- in das Stier-Zeichen. [S. 42 ff., S. 46 ff., S. 5] Vorerst einmal – quasi in einer ersten Testphase – bis Anfang November. Das Stier-Prinzip gehört zum Element Erde. Damit bläst ein neuer, heftiger Wind (Uranus) durch die gemütlich eingerichtete Stube unserer Absicherungen und Gewohnheiten und bis hinein ins warme Bett unserer laschen Selbstzufriedenheit. Die Erschütterungen sind dinglich, Sachwerte verlieren ihr Beruhigungspotenzial, die bürgerliche Projektion eines sicheren Daseins durch materielle Anhäufung gelingt nicht mehr so gut. Existenzielle Abgründe tun sich auf – zum Wohle des Geistes. Denn Uranus ist auch der Geist, der stets verneint!

Wenn die Unsicherheiten zunehmen, müssen wir uns etwas einfallen lassen. Uranus als höhere Oktave des Merkur. Das Denken also könnte zu Einsichten führen, so die neue Idee, so die optimistische Hoffnung. Die Probleme einer geschundenen Erde, welcher das sorglose Getrampel von siebeneinhalb Milliarden langsam auf den Geist geht, werden immer offensichtlicher. Die fortschreitende Zerstörung ist immerhin bestens protokolliert. Mutter Gaia, die Erde, die Gattin des Urgottes Uranos im griechischen Mythos, leidet sehr. Ihre goldenen Gaben: die Kinder mit Uranos gezeugt, sind zu Ungeheuern mutiert. Sie müssen versteckt werden, so hässlich sind sie. Wir tun dies, indem wir vor ihnen die Augen verschliessen. Wir stellen einfach eine schön dekorierte Wand voller unwichtiger Sachen vor ihnen auf, dann sehen wir sie nicht. Der Gatte der Gaia wiederum ist entmannt, sprich tatunfähig. Der Preis für garantierten Wohlstand, für ein schöner Wohnen. Oh, der Gatte weiss schon um das Dilemma!, aber was soll er machen? Wir wissen schon um die ökologische Notlage, aber was sollen wir tun? Ich Pessimist glaube auch nicht, dass irgendetwas grundsätzliche Abhilfe schaffen würde. Dem widerspricht nun aber der plötzlich von den Toten wiederauferstandene uranische Geist (Pfingsten!), und zwar heftigst! Er schreit mich an: Das ist nur die lahme Ausrede eines alten Selbstzufriedenen! Uranus ist wütend.

Damit werden die Erschütterungen existenziell, körperlich und messbar. Vor sieben Jahren, als Uranus ins Feuer-Zeichen Widder wechselte, geschah die Katastrophe von Fukushima. Ein Fanal des feurigen Geistes für den Zauberlehrling, der die Folgen seiner Taten nicht abzuschätzen weiss: der moderne Mensch. Jetzt, sieben Jahre später, gemahnt der uranische Geist wiederum in anderer Weise an unsere allzumenschliche Unzulänglichkeit. Erde an Schöpfer: Hilfe!

Ach, die Erde kann so schön sein! Simple Feststellung, aber wahr. Mal sanft, mal wild. Die Erde ist unvergleichlich. Plattitüde, klar. Sie ist ja unser aller Mutter (Gaia). Wenn die Erde wild und gefährlich wird, wenn unsere Existenz zum Urwald wird, wenn wir den Kampf aufnehmen [Titelbild], dann ist Uranus herausgefordert. Uranos, der Himmlische, ein Schöpfergott. Auch der Himmel kann so schön sein. Mit Blau und weissen oder auch dunklen Wolken, die manchmal rumoren, mit Blitzen, und des Nachts mit Sternen besät und dem Mond als Laterne. Uranus ruft uns zu: Weniger wäre mehr.

Armando Bertozzi
Redaktor

  


10 Armando Bertozzi, von 1976 bis 1981 Kurse in Astrologie, Alchemie und Kabbala; 1980 bis 1988 Redaktor und Mitherausgeber von «Essentia – Zeitschrift für evolutionäre Ideen»; seit 1989 Chefredaktor von ASTROLOGIE HEUTE (E-Mail: Armando Bertozzi)

 

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