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Heftnummer 194 bestellen
 
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 E  D  I  T  O  R  I  A  L  

 

 

Wir erleben 2018 einen Sommer mit zwei Sonnenfinsternissen: die erste Mitte Juli und die zweite am 11. August. Finsternisse weisen normalerweise einen Rhythmus von einem halben Jahr auf und sind nach astrologischer Lehre über den entsprechenden Zeitraum wirksam (zirka einen Monat vor bis fünf Monate nach dem Ereignis). Verdunkelungen der Lichter am Himmel – von Sonne und Mond – zählen zu jenen Phänomenen, welche die Menschen seit frühesten Tagen mit ihrem eigenen Schicksal verknüpfen. Der Mensch lebt im und vom Licht, am Tag schenkt es ihm Tatkraft und beleuchtet seinen Weg, in der Nacht sucht er im Schimmer seiner Reflexion die Bestimmung seines Daseins und den Sinn des Lebens in seinem Innern zu ergründen.

Die jeweiligen Sonnen- oder Mondfinsternisse lassen sich einer eigenen Sippe zuordnen, was ihnen einen bestimmten Charakter verleiht, indem sie eine ähnliche Signatur wie frühere Finsternisse ihrer Familie aufweisen. Der verbindende Zeitintervall beträgt etwas mehr als 18 Jahre, die zwischen den einzelnen Finsternissen liegen. Die lange Reihe wesensgleicher Zyklen nennt man Saros-Zyklus und dauert insgesamt knapp 1300 Jahre, umfasst also zirka 70 Finsternisse. Der Beginn eines jeden Zyklus wird von der sogenannten «Muttereklipse» markiert, welche ihren prägenden Stempel auf die ganze Gliederkette ihrer Nachkommenschaft drückt, wie schon Ptolemäus anmerkte. Das Phänomen der doppelt auftretenden Sonnenfinsternisse, wie wir es in diesem Jahr wieder erleben, ist Zeichen eines Übergangs, indem es darauf verweist, dass ein Saros-Zyklus sich seinem Ende zuneigt und gleichzeitig ein neuer schon begonnen hat, wie Claude Weiss in seinem Artikel auf S. 14 ff. darlegt. Was die Sonnenfinsternis vom 13. Juli mit Deutschland, Seehofer und Merkel angestellt hat, ist Teil seines Beitrags – und auch, was mit der Eklipse im August zu erwarten ist.

Und noch ein Beispiel: Wie sich Sonnenfinsternisse an einem bestimmten Ort auswirken und was sie mit den Konstellationen eines Menschen anstellen können, zeigt Claude Weiss im Artikel auf S. 10 ff. exemplarisch anhand von Donald Trump und seinem skurrilen Treffen mit Wladimir Putin Mitte Juli in Helsinki. Dieses wirkte wie eine Finsternis ganz eigener Art, nämlich als ob der Schatten Putins den Geist des US-Präsidenten verdunkelt hätte, zeigte sich Letzterer doch gegenüber dem russischen Erzfeind von einer selten gesehenen devoten Seite, garniert mit verwirrenden Aussagen und rührseligen Bekenntnissen. Ein bunter Strauss Absonderlichkeiten war das, ein lehrreiches Stück über ein leerreiches Treffen.

Doppelt auftretende Sonnenfinsternisse tragen die Aufgabe des kollektiven Loslassens in sich. Etwas Altes zeigt sich in seiner überholten Form, oftmals verzerrt und verschroben bis zum Lächerlichen. Gleichzeitig hat schon das Zukünftige begonnen, ein neues Thema, das die menschliche Psyche gesamthaft beschäftigt. Es wird seine Zeit dauern.

Armando Bertozzi
Redaktor

  


Armando Bertozzi, von 1976 bis 1981 Kurse in Astrologie, Alchemie und Kabbala; 1980 bis 1988 Redaktor und Mitherausgeber von «Essentia – Zeitschrift für evolutionäre Ideen»; seit 1989 Chefredaktor von ASTROLOGIE HEUTE (E-Mail: Armando Bertozzi)

 

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