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Nr. 194, 2018, Aug. / Sept. Inhalt
 
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K  A  L  E  N  D  E  R

 
 
 

Mitte August bis Mitte Oktober 2018

von Verena Bachmann

 

Die Konstellationen der beiden kommenden Monate weisen auf vielfältige und teilweise sehr widersprüchliche Prozesse hin. Am besten lassen sich die komplexen Energiemuster mit dem archetypischen Bild des Meeres vergleichen: An vielen Küsten der Welt sind zu bestimmten Zeiten aussergewöhnliche Phänomene zu beobachten. Neben dem bekannten Rhythmus von Ebbe und Flut können sich an gewissen Orten zum Teil äusserst starke und gänzlich unberechenbare Unterströmungen ereignen – sie sind vom Strand aus nicht sichtbar, können jedoch auch für geübte Schwimmer sehr gefährlich werden. Ganz ähnlich verhält es sich in nächster Zeit mit einigen astrologischen Konstellationen. Daher gilt es nun, bei der Beurteilung von persönlichen Verhältnissen und möglichen Gefahren achtsam und vorsichtig zu sein. Für geübte Astrologen und auch viele Laien ist es selbstverständlich, dass sie auf astrologische «Sturmwarnungen», also schwierige Transite und Mundankonstellationen, achten und sich bei stürmischem Sternenwetter am «sicheren Strand» aufhalten und das Geschehen beobachten. Wenn die Lage jedoch ruhig scheint, wächst die Tendenz, sorglos zu werden. Aus astrologischer Sicht besteht in den kommenden Monaten genau diese Gefahr, dass in solchen Momenten etwas Unerwartetes geschieht, das alle Beteiligten überrascht. Deshalb sollte man gewappnet sein, dass man jederzeit seine ganze Kraft, aber auch die Bereitschaft zu intensiver Zusammenarbeit mobilisieren kann, um nicht plötzlich von gefährlichen Entwicklungen mitgerissen zu werden.

Im ständigen Rhythmus von vorwärts- und rückwärtslaufenden Planeten erreichen in diesen Monaten folgende Planeten ihre Station mit Richtungswechsel – einen «Punkt der Gezeitenwende», einen Moment, an dem alles stillsteht, aber gleichzeitig viel Aufmerksamkeit gefordert ist: Uranus – Station zur Rückläufigkeit («Flutpunkt») am 7. August auf 2.33 Grad Stier, Saturn – Station zur Direktläufigkeit am 6. September auf 2.33 Grad Steinbock, und Pluto – Station zur Direktläufigkeit («weitester Rückzug») am 30. September auf 18.45 Grad Steinbock. Dieses Innehalten an einer Station dürfte vor allem Themen und Bereiche betreffen, die den Strukturwandel, Autoritäten, Gesetze und Regeln, aber auch den Umgang mit dem laufenden Wertewandel bzw. den Klimawandel betreffen.

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Neumondeklipse
11. 8. 2018 – 9:57 GT


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Vollmond
26. 8. 2018 – 11:56 GT


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Neumond
9. 9. 2018 – 18:01 GT

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Vollmond
25. 9. 2018 – 2:52 GT

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Neumond
9. 10. 2018 – 3:47 GT

Neptun (16–14 Grad Fische) und Chiron (von 2 Grad Widder zurück ins Fische-Zeichen) bewegen sich in dieser Zeit beide rückläufig und durchlaufen dabei Bereiche, die sie bereits im Sommer 2017 sowie im Frühling 2018 aktiviert haben. Sie fordern dazu auf, nochmals auf die damals wichtigen Themen und Erfahrungen zurückzukommen. Chiron und Saturn nähern sich im September erneut einem Quadrat an. Damit dürfte es nun vor allem in Bezug auf Verantwortung und Grenzen mehrfach zu kritischen Situationen kommen. Autoritätsfiguren und Gesetzgeber könnten sich in kritischen oder gar tragischen Situationen finden und sich mit Kritik, Zweifel und Versagen auseinandersetzen müssen.

Jupiter (15–25 Grad Skorpion) stürmt wieder vorwärts und gewinnt an Tempo. Er erreicht zum dritten Mal Bereiche, die bereits seit Jahresbeginn angesprochen sind. Vor allem im August wird er durch die Sonne und den Merkur mehrfach aktiviert. In diesem Zusammenhang ist es möglich, dass die in der ersten Jahreshälfte erfolgten Versuche, etwas durch Manipulation (der Wahrheit), grossartige Versprechungen oder Drohungen zu erreichen, nun aus einem kritischeren Blickwinkel betrachtet und daraufhin getestet wird, ob es auch dann noch gilt, wenn es infrage gestellt wird. Gleichzeitig erreicht Jupiter in dieser Zeit das dritte Trigon zu Neptun. Damit können Hoffnungen in Bezug auf eine Verständigung und ein neues Miteinander in der Verwirklichung von Visionen und gelebtem Mitgefühl bestärkt werden.

Es gibt in diesen Monaten einige Konstellationen, welche teilweise stürmische Winde auslösen können, aber den Charakter der oben beschriebenen «Unterströmungen» aufweisen, also für ungeübte Augen nicht sichtbar sind. Sie können auf alle Belange in den betroffenen Horoskopbereichen einen nicht zu unterschätzenden Effekt haben und zu unerwarteten, nicht kontrollierbaren und damit auch «schicksalhaften» Verläufen führen. Dabei ist der Mars nach wie vor ein wichtiger Hauptrollenspieler. Er bewegt sich während der ganzen Phase im Bereich des absteigenden Mondknotens und tanzt seinen Tanz mit Uranus und Lilith. Er trifft am 2. August auf Uranus und am 10. August – zum zweiten Mal – auf Lilith (0.26 Grad Wassermann) und läuft ab 13. August im Steinbock-Zeichen. Bis zum 27. August ist Mars noch rückläufig (Station auf 28.37 Grad Steinbock). In dieser ganzen Zeit geht es vorwiegend um Geschichten aus der Vergangenheit, um alte Konflikte, angestauten Ärger und Wut, alte Ängste und Verletzungen, aber auch um die Folgen von Entscheidungen, Aktionen und Taten. Überraschende Wendungen und Ereignisse könnten die Schatten und Gefahren von Rebellionen und Revolutionen oder ideologisch begründeten Kämpfen deutlich machen.

Das in dieser Zeit genau werdende Quadrat von Lilith zu Uranus (genau am 28. August) dürfte dabei immer wieder für unberechenbare Wendungen und gänzlich unerwartete, aufrüttelnde und allenfalls auch schockierende Ereignisse sorgen (zum Beispiel in folgenden Bereichen: Informationstechnologie, Netzwerke, Naturereignisse, Wertfragen, Geschlechterkampf). In der Zeit mit Mars im Steinbock-Zeichen (bis 11. September) ist zudem auch in Bezug auf Gesetze, Grenzen, Verantwortlichkeiten und Autoritätsstrukturen mit teilweise intensiven Prozessen zu rechnen. Dabei dürfte es vornehmlich um Geschichten gehen, die bereits im Mai aktuell waren. In der Zeit vor dem 27. August geht es darum, sich mit den Konsequenzen (auch Fehlleistungen und Fehlentscheidungen) der damaligen Aktivitäten zu beschäftigen, nach dem 27. August stehen in den entsprechenden Bereichen klare Entscheidungen und Weichenstellungen an. Sie werden über den weiteren Kurs in diesen Fragen bestimmen. Nach dem Wiedereintritt von Mars ins Wassermann-Zeichen bildet er am 19. September das dritte und letzte Quadrat zu Uranus und am 1. Oktober die dritte Konjunktion zu Lilith. In dieser letzten Phase des Tanzes werden die Weichen für die Zukunft gestellt. Allenfalls werden unerwartete Lösungen für Konflikte gefunden. Es ist aber auch denkbar, dass schicksalhafte Ereignisse und Wendungen das bisherige Weltbild erschüttern und bestehende Vorstellungen darüber, was «gerecht und richtig» ist, aufbrechen. Es sind diese Konstellationen – vor allem durch die Beteiligung von Uranus und Lilith –, die analog zu der anfangs gewählten Metapher von «Unterströmungen» auch in scheinbar ruhigen Phasen für unerwartete, teilweise auch gefährliche Ereignisse und Prozesse sorgen können.

Als weitere wichtige Konstellation dieser Zeit verdient die Sonnenfinsternis vom 11. August Beachtung. Sie findet am gleichen Tag und auch auf der gleichen Gradzahl wie die in Europa sichtbare totale Finsternis von 1999 (Nostradamus-Eklipse) statt. Zudem finden sich im Horoskopvergleich weitere direkte Bezüge zwischen der diesjährige August-Finsternis und der damaligen. So steht dort, wo damals Mars stand, nun der Jupiter. Und im Bereich der aktuellen Konstellation von rückläufigem Mars, Lilith und Uranus befand sich damals ein Merkur/Neptun/Jupiter-Leistungsdreieck. In beiden Horoskopen gibt es zudem ein abnehmendes Mars/Uranus-Quadrat. Es ist daher anzunehmen, dass viele der damals aktuellen Themen und Prozesse nun erneut Aufmerksamkeit erhalten. Die Konstellation der damaligen Finsternis (ein Grosses Quadrat mit Beteiligung von Mars, Uranus und Saturn) erregte viele Ängste, es war sogar vom Weltuntergang, einem Asteroidenabsturz oder dem Beginn des Dritten Weltkriegs die Rede. Heute wissen wir, dass diese damalige Finsternis symbolisch für den Untergang der «alten Welt», der althergebrachten Weltbilder steht. Es ist gut möglich, dass mit der jetzigen Finsternis einige der alten Ängste wieder wach werden, gleichzeitig könnten sich aber auch Frustrationen über die Entwicklungen seit damals bemerkbar machen. Besonders betroffen sind dabei vor allem jene mit Konstellationen von Anfang und Mitte fix in ihrem Horoskop. Wer bereit ist, die heutige Situation im Kontext des Geschehens der vergangenen 19 Jahre zu betrachten und sich zu fragen, was persönlich wichtig und erstrebenswert ist, kann jetzt unter Umständen wichtige Einsichten gewinnen. Wer sich neu ausrichten und einen neuen Kurs einschlagen kann, dürfte auch in diesen nicht ganz einfach zu handhabenden Zeiten einen entscheidenden Schritt vorwärts in die Zukunft machen können.

Neben den bereits erwähnten Hauptfaktoren möchte ich abschliessend einige Hinweise auf ebenfalls wichtige, jedoch nur während kürzerer Zeit aktive Themen geben: Parallel zu Mars ist auch Merkur im August rückläufig (bis am 19. August). Beide Planeten zusammen dürften Geschichten der Vergangenheit aktivieren und in den ihnen zugeordneten Bereichen immer dann für Störungen, Fehlleistungen und Missverständnisse sorgen, wenn es darum geht, voranzukommen oder etwas Neues in Angriff zu nehmen.

Die Aspekte von Venus zu Chiron (8. August) und zu Saturn (10. August) fordern zu Achtsamkeit und Sorgfalt auf. In Beziehungen, hinsichtlich Verträgen und Abmachungen, aber auch Werten aller Art ist in dieser Zeit mit schmerzlichen Erkenntnissen oder auch Rückschlägen zu rechnen. In diesen Situationen geht es darum, sich zu fragen, was wichtig und machbar ist, wofür sich Einsatz lohnt und wo es darum geht, das, was ist, zu akzeptieren, nicht mehr Stimmiges zu verabschieden und sich an das, was möglich ist, zu halten. Ab September bewegt sich Venus zudem bereits im Bereich ihrer späteren Rückläufigkeit: Erfahrungen, Abmachungen und Ereignisse im Zusammenhang mit Beziehungen, Verträgen und Werten, die in dieser Zeit erfolgen, sind daher als erstes Kapitel einer längeren Geschichte zu sehen. Erst ab November dürfte klar werden, was Sache ist.

In den Tagen rund um den Neumond vom 9. September weisen die Konstellationen auf unerwartete Wendungen, Enthüllungen und Einsichten hin. Es ist möglich, dass Ereignisse und Erfahrungen in dieser Zeit viele der laufenden Entwicklungen und Prozessen in eine ganz neue Richtung lenken. Das nächste wichtige Kapitel wird in den Tagen rund um den Vollmond vom 25. September geschrieben. In dieser Zeit dürften wichtige und grundsätzliche Entscheidungen fallen. Wer bereit ist, sich den Aufforderungen und Prüfungen dieser Zeit zu stellen, hat die Möglichkeit, die Weichen für die nächsten Schritte aktiv und bewusst zu stellen. Wer hingegen unentschieden bleibt, sich vor Verantwortungen drückt oder ohne klares Ziel gegen alles rebelliert, riskiert, dass das Schicksal übernimmt.


Hinweis: In diesem «Kalender» nicht explizit erwähnte Konstellationen wurden entweder in der Deutung berücksichtigt oder werden im «Wochenkalender» von Verena Bachmann auf www.astrodata.com aufgegriffen, wo die laufenden Konstellationen für die jeweils kommende Woche detailliert beschrieben sind.


Verena Bachmann, pädagogische Ausbildung; seit 1982 astrologische Beratungspraxis in CH-Zürich; Aus- und Weiterbildung in humanistischer Psychologie (Psychosynthese und Gestaltarbeit); Leiterin der Schule für Erwachsene (SFER); ständige Mitarbeiterin von ASTROLOGIE HEUTE; internationale Vortragstätigkeit; Bücher: «Mondknoten. Lebensweg und Entwicklung im Geburtshoroskop» (2008/2012); «Die Macht des Weiblichen. Astrologische Symbolik im Spiegel des Wandels» (2011); «Visionen einer neuen Zeit» (2010, Mitautorin); «Die Chiron-Fibel. Brückenbauer zwischen Geist und Materie» (2009); «Pluto – Eros, Dämon und Transformation» (1989, Mitautorin); E-Mail: Verena Bachmann

 

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