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Nr. 195, 2018, Okt. / Nov. Inhalt
 
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Astro-logische Merk-Würdigkeiten
 

Berufe raten
 

von Barbara Egert
 


 

Selten durchschaut man jemanden, der gerade eine Bombe – etwa in Form einer Intrige – legt. Nein, kein Politiker ist gemeint, der jeden Ölteppich als Kraftnahrung für Fischotter verkauft, Katastrophen bagatellisiert, und wenn mal die Erde bebt sein vollstes Verständnis zeigt. Mit wem? Wieso? – Egal! Wenn ich seine Sterne untersuchte, träfe ich sicherlich auf einen Hauptverdächtigen: Pluto oder einen etwas schrägen Neptun, der alles so vernebelt, dass keiner mehr weiss, um was es eigentlich geht.

JNicht jedem sieht man den Beruf sofort an. Einigen allerdings bereits auf zehn Meter Entfernung, und was man vermutet, trifft so genau zu, dass man immer kühnere Prognosen wagt. Schon von Weitem spürt man: Der dort sieht aus wie ein saturnischer Kontrolleur, dessen Verkleidung harmlos erscheint, doch prompt steuert er auf einen zu und will das Ticket sehen. Die Begabung, Berufe zu erraten, lässt sich durch Bücher über Menschenkenntnis und Astrologie noch verbessern.Doch machen Sie nur nicht den Fehler all jener, die nach der Lektüre ihres ersten Astrobuches eine grosse Freude am Vorhersagen entwickeln – dass Sie etwa einen Koch fragen, ob er ein Fisch sei. Der Betreffende könnte das völlig missverstehen und meinen, Sie hielten ihn für glitschig oder gefühlskalt. Und fragen Sie ihn ja nicht nach seinem Aszendenten, das machte alles nur noch schlimmer! Was kümmert den armen Koch Zeit und Ort seiner Geburt, zumal er vielleicht gerade über eine neue Sauce nachdenkt. – «Schatz, wie war dein Tag?» – «Tja, ich habe da einen interessanten Koch kennengelernt, ohne Zweifel ein Fisch. Da sollten wir mal essen gehen.» – «Versteht der sich nur auf Fisch?» – «Nein, er ist einer.» – «Waaas, der isst die alle selbst?» Noch ein Tipp für alle astrologischen Neueinsteiger: Lassen Sie bei Ihren Spekulationen die Familie aus dem Spiel; das bringt nur Ärger!

Der allmächtigste Bombenleger ist der durch und durch faszinierende Pluto, der Tag für Tag der Unterwelt entsteigt, unser Leben durchrüttelt, alte Strukturen zerstört und neue erschafft, die einem zunächst völlig chaotisch erscheinen. Sein Gegenspieler ist der Bombenentschärfer: die Zeit (Saturn) höchstpersönlich, der wir das Vergessen verdanken, deren Aus-und-vorbei wir erleiden. Und was entschärft sie für Bomben?

Erinnern Sie sich noch an Jimi Hendrix (Pluto in acht Konjunktion Mond mit sieben Aspekten), wie er beim Woodstock-Festival die amerikanische Nationalhymne zersägte? Hören Sie es noch, das näselnde Krächzen des frühen Bob Dylan (Pluto Konjunktion Chiron in acht mit vier Aspekten)? Oder aber jene so herzzerreissende Janis Joplin (Pluto in sechs mit sieben Aspekten), die ihr «Take another little piece of my heart now, baby! Oh, oh, break it!» eher schrie als sang? Wer so was seinerzeit hörte, der wusste sofort, das hat mit Entertainment à la Sinatra nichts mehr gemein, das war pure Anarchie, das waren Detonationen, deren Druckwellen sich mit Schallgeschwindigkeit ausbreiteten und lange nachhallten. Und die so ein explosives akustisches Material herstellten, wen wundert’s: Sie waren allesamt stark plutonisch!

Aber wie entschärft man nun solche Bomben? Nun, ganz einfach: Man übergibt sie der Zeit. Die dekonstruiert sie und lässt ein wenig von ihrer Urgewalt in digitalen Reprisen wieder auferstehen. Hochwertige Erst-Pressungen mit passablem Cover kann man hin und wieder auf Flohmärkten ertrödeln.

Was macht Mars mit seinen Energien, seinem Unternehmergeist, wenn er von Neptun bestrahlt wird, der ihm zurät, sich nun doch nicht so anzustrengen und alles mal gemächlicher angehen zu lassen, weniger egoistisch, stattdessen für andere da zu sein? Ich habe den perfekten Beruf für die beiden, nämlich einen Job, in dem man andere, besonders Kinder, vor Schaden bewahren muss. Es ist der Wasserrutschentester! Ganz uneigennützig und dynamisch erklimmt Mars die Rutsche und segelt dann mit Neptun hinab. Test bestanden, alles perfekt – und ab zur nächsten Rutsche.

Für Jupiter und Neptun mit ihrer etwas blauäugigen, rosaroten Zukunftsbrille und ozeanischen Gedankenflügen sind Glückskekse das Nonplusultra. So also sind sie zu Glückskeks-Autoren geworden. Ihr Lieblingsspruch: «Einen Tag lang ungestört in Musse zu verleben, heisst einen Tag ein Unsterblicher zu sein.» Die beiden sind bekanntermassen sehr sensibel und dadurch manchmal auch etwas zickig. Soll ja vorkommen: «Bitte pack mich wieder ein, ich kann deinen Anblick nicht mehr ertragen!» Solche Entgleisungen sind zum Glück selten …   


Barbara Egert, geprüfte Astrologin DAV, jahrzehntelange Astrologieerfahrung; Bücher: «Astro-logische Merkwürdigkeiten – Kolumnen» (2017, nur bei Amazon erhältlich), «Wenn die Kindheit Schatten wirft: Beziehungen, Hochsensibilität, Narzissmus» (2014), «Hochsensibilität im Horoskop» (2012), «Krisen im Horoskop erkennen» (2011), «Kindheitserfahrungen im Horoskop» (2009); ständige Mitarbeiterin von ASTROLOGIE HEUTE, E-Mail: Barbara Egert

 

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