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B Ü C H E R S C H A U

 
 

Ein echter Glücksfall

Dr. Harry Tobler
Die Brücke zwischen Astrologie und Astrophysik
Die physikalischen Eigenschaften der Planeten und deren astrologische Deutung im Vergleich

Pb., 82 S., 58 fg. Abb., € 16,90
www.astronova.de, D-Tübingen 2018

     

Harry Tobler gehört zu der verhältnismäßig kleinen Gruppe von Menschen, die gleichermaßen auf dem Gebiet der Astronomie bzw. Astrophysik und dem Gebiet der Astrologie zuhause sind. Tobler, Jahrgang 1945, ist Naturwissenschaftler, promovierter Chemiker und hat seine astrologische Ausbildung beim Astrologisch-Psychologischen Institut (API) von Bruno und Louise Huber abgeschlossen. Neben seiner Arbeit als Astrologe – Tobler führt eine Beratungspraxis in Zürich – ist ihm die Aussöhnung von Astronomie und Astrologie wichtig.

Toblers Brückenschlag zwischen Astrophysik und Astrologie nimmt Sonne, Mond und die acht Planeten (einschließlich Pluto) ins Visier und vergleicht deren astrophysikalische Eigenschaften mit ihren astrologischen Grundbedeutungen. Das geschieht in der Gegenüberstellung jeweiliger Eigenschaften. Für Merkur beispielsweise sieht das so aus: Merkur hat keine Atmosphäre – Merkur hat den Klarblick, sieht die Dinge sachlich, sein Blick nach außen wird nicht von einer Atmosphäre getrübt. Merkurs Bahnneigung gegenüber der Ekliptik beträgt 7%. Nur Plutos Bahnneigung ist größer. – Merkur blickt gleichermaßen von oben wie von unten auf die Dinge und behält den Gesamtüberblick. Merkur wirkt wie ein Mond der Sonne – Seine Gedanken sind im Dienst der Sonne tätig (vgl. S. 24 f.).

Diese detaillierte Gegenüberstellung macht den Wert und den Reiz dieses Buchs aus. Die astrophysikalischen Eigenschaften der Planeten und der Lichter, aber auch ihre himmelsmechanischen Gegebenheiten werden damit konsequent als Symbole und Bilder aufgefasst, die der herkömmlichen astrologischen Deutung entsprechen und sie vertiefen. Dem Anfänger im Fach Astrologie wird so ein weiteres Referenzsystem für die nicht ganz einfache Planeten-Deutung an die Hand gegeben. Der Fortgeschrittene im Fach Astrologie erkennt, wie wichtig Grundkenntnisse in Astronomie und Astrophysik für die Begründung der Astrologie sind (und bleiben). Und gleichsam im Vorbeigehen gewinnt der Astroprofi, der sich regelmäßig dem Stirnrunzeln der Naturwissenschaften ausgesetzt sieht, ein paar Argumente zur wissenschaftlichen Begründung seines Faches.

Ein echter Glücksfall, dieses Buch!

–Christoph Schubert-Weller





Das Wissen und das Aufdecken
 
Martin Banger
Das zwölfte Haus und unsere pränatalen Prägungen
Wie die Erfahrungen in der Schwangerschaft unser Leben mitbestimmen

Hc., 162 S., 68 Abb., € 22,– / sFr. 27.50 fPr
www.astronova.de, D-Tübingen 2016

 

„Die Astrologie betrachtet den Geburtsmoment als Grundimpuls, aus dem sich das spätere Schicksal entfaltet. Doch was ist mit Ereignissen, die vor unserer Geburt stattfanden und unser Leben prägten?“ – Soweit die Grundüberlegung von Martin A. Banger im vorliegenden Buch Das zwölfte Haus und unsere pränatalen Prägungen. Martin A. Banger folgt der landläufigen Meinung der Astrologie, dass sich die Schwangerschaft im 12. Haus widerspiegelt. Unter dieser Prämisse hat er eine Vielzahl von Horoskopen auf Ereignisse während der Schwangerschaft untersucht und kam zu verblüffenden Ergebnissen.

Einleitend nimmt der Autor auf die neuesten Forschungsergebnisse von Psychologen und Pränatal-Forschern Bezug. Denn auch hier hat es in den letzten Jahrzehnten ein großes Umdenken stattgefunden. Früher dachten die Psychologen, dass das Kind erst mit circa 1 Jahr eine Wahrnehmung hat, dann verlagerte sich dieser Zeitpunkt immer mehr Richtung Geburt. Heute weiß die Forschung, dass schon mit Beginn der Zeugung äußere Einflüsse und traumatische Ereignisse prägend auf den werdenden Menschen einwirken.

Uns Astrologen ist natürlich bekannt, dass mit dem Geburtszeitpunkt der Aszendent einhergeht. Folglich ist das vorausgehende 12. Haus der Zeit vor der Geburt zuzuordnen. Und je nach Konstellationen im 12. Haus, lassen sich Rückschlüsse auf den Verlauf der Schwangerschaft ziehen.

Herr Banger hat in seinen umfangreichen Studien festgestellt, dass es aber nicht unbedingt Planetenstellungen in Haus 12 braucht, sondern, dass auch Aspektierungen zum Herrscher des 12. Hauses und auch Aspekte zur Hausspitze ihre deutliche Auswirkung zeigen.

Untermauert wird dies mit sehr zahlreichen Horoskopbeispielen, sodass es dem Leser, der Leserin leicht fällt, das im Buch Gesagte nachzuvollziehen. Das Kapitel im Buch, indem es um Familienschicksale, bzw. über mehrere Generationen vererbte astrologische Konstellationen in Bezug zum 12 Haus geht, zeigt noch einmal sehr deutlich, welche Sippenthemen wir mit in diese Inkarnation bringen.

Doch was nützt das Wissen um die Ereignisse während der Schwangerschaft und den damit korrelierenden Horoskopfaktoren? Martin A. Banger stellt einige der gängigsten Therapieansätze vor und beleuchtet auch den Nutzen der Methoden, sodass der Leser, die Leserin sich angesprochen fühlt, die für sie geeignete Technik zu suchen. Aber letztendlich ist alleine schon das Wissen um die bestehenden Konstellationen und das Aufdecken einiger pränataler Ereignisse so wichtig, dass es schon ein Weg zur Bewusstmachung und Heilung sein kann.

–Ute Flörchinger

 



Höchst originell und spannend
 
Christian Borup
Der Geburtsmythos im Horoskop
Den Sinn des eigenen Lebens erkennen

Pb.,135 S., 14 Abb., € 18,95 / sFr.28.90 fPr
Chiron Verlag, D-Tübingen 2018
 

 

Christian Borup (1953–2015) war ein bekannter dänischer Astrologe, der als Türöffner für seine Beratungen seine Klienten immer erzählen liess, was ihnen über die näheren Umstände ihrer Geburt berichtet worden war: den persönlichen Geburtsmythos! Daraus entstand schliesslich die Methode, das Geburtshoroskop eines Menschen zugleich als das Gebär-Horoskop der Mutter stundenastrologisch zu deuten. Als Borup dabei war, seine Materialien in Buchform zu bringen, starb er unerwartet. Er hinterliess jedoch mehrere Artikel zum Thema, aus denen sein Freund, der Verleger Reinhardt Stiehle, das Buch Der Geburtsmythos im Horoskop zusammenstellte, das einen guten Eindruck von Borups Ideen vermittelt.

Zentral im Buch steht Borups Überzeugung, dass die psychologische und die klassische Astrologie sich ergänzen. Sie sind die beiden Seiten der gleichen Medaille. (Wie Recht Borup damit hat! Es ist die These, die auch ich schon seit Jahren verteidige.) Der Geburtsmythos wird im Buch humanistisch-psychologisch gedeutet, doch die dafür angewandte Technik ist stundenastrologisch.

Nur ein klares Beispiel aus den vielen in diesem Buch: Eine Frau wird mit heftigen Schmerzen ins Krankenhaus gebracht und gebärt dort ein gesundes Mädchen – völlig unerwartet, denn sie hatte die ganze Zeit überhaupt nicht gewusst, dass sie schwanger war, weil sie während der Schwangerschaft ganz regulär ihre Menstruation bekommen und sogar noch immer die Antibabypille eingenommen hatte. Wahrlich eine überraschende Geburt! Und was sehen wir (unter anderem) im Geburtshoroskop des Mädchens, das gleichzeitig das Gebär-Horoskop der Mutter ist? – Der Herrscher des ersten Hauses Merkur steht in enger Konjunktion mit Uranus (unerwartete und schnelle Geburt)! Der Mond, der in Gebär- Horoskopen immer die Mutter repräsentiert, steht im fünften Haus der Kinder, und zwar im Domizil von Merkur: Die Mutter liebt dieses unerwartete Kind. – Reine Stundenastrologie!

Ich, als klassischer Stundenastrologe, fand dieses Buch höchst originell und … spannend!

–Erik van Slooten

 

   
 
 
 

 

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